WILDKRÄUTER

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Pflanzenportrait

 

 Januar 2018

Huflattich, Tussilago farfare

Familie: Korbblütengewächse, Asteraceae

Tussilago leitet sich aus dem lateinischen Tussis (Husten) und agere (vertreiben) ab. Farfare kommt von far (Mehl) und ferre (tragen). Schon im Namen erkennt man also seine Bedeutung als Hustenmedizin.  Der Name farfare deutet auf die behaarten, wie mit Mehl bestäubten Blätter hin. Filius ante patrem, der Sohn vor dem Vater, so nennt man die Pflanze auch, da die Blüten sich etwa 6 Wochen vor den Blättern zeigen. Schon der griechische Arzt Dioskurides empfahl zerriebene Huflattichblätter mit Honig gegen Husten einzunehmen, Kräuterpfarrer Künzle stellte einen Asthmatabak aus den getrockneten Blättern zusammen mit Minze, Sptzwegerich und Waldmeister für die Pfeife zusammen.

Der Huflattich ist auf Grund seines Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden, die möglicherweise leberbeeinträchtigend sind, in Misskredit geraten. Ich denke, dass man kleine Mengen der Pflanze ohne Bedenken zu sich nehmen kann. Wie bei allen Drogen gilt auch hier: Es kommt auf die Menge an!

Huflattich hilft als Kompresse bei Akne vulgaris und bei fettiger Kopfhaut und Schuppen als Spülung. Dazu werden 2 EL Blätter und Blüten mit 1/4 l Wasser überbrüht und nach ca. 5 Minuten Ziehzeit verwendet (abkühlen lassen!). 

Rezept: Huflattichblütensoße

1 kleine Handvoll Huflattichblüten, 1 EL Zucker, 1/2 l Weißein, 1 EL Grieß, Zitronrnsaft

Die Huflattichblüten mit dem Zucker bestreuen, mit Wein aufgießen und mehrere Stunden ziehen lassen. Den Grieß in 1/2 l heißem Wasser einrühren und 2 EL Zitronensaft zufügen. Den Blütenwein samt Blüten unterrühren und die Soße kalt stellen.

Schmeckt lecker zu Eis!

 

Juni 2016

Wiesensalbei, Salvia pratensis                                

Familie: Lippenblütengewächse, Lamiaceae

Mit seinen markanten, blauen Blüten ragt der Wiesensalbei aus jeder Blumenwiese heraus. Besonders Hummeln besuchen reichlich seine Blüten. Wenn sie sich auf die Unterlippe setzten, scnellen aus der Oberlippe Staubblätter hervor und streifen ihren Blütenstaub auf dem Rüken der Hummeln ab. Bei der nächsten Blüte wird dieser dann an der Narbe abgestreift und die Blüte ist befruchtet. 

Die Blätter vom Wiesensalbei haben die Menschen früher als Wiesen-Zahnbürste verwendet. Er ist leicht antiseptisch, bei weitem nicht so stark wie der Gartensalbei. Aber die Blätter, in Pfannkuchenteig ausgebacken, schmecken sehr lecker, auch Menschen, die den Salbeigeschmack nicht so wirklich mögen. 

Rezept: Salbeimäuschen

schöne junge Wiesensalbeiblätter mit langem Stiel, Teig aus 125 g Mehl, 2 Eiern, Milch, etwas Salz

Rühren sie aus Mehl, Eiern und Milch einen nicht zu flüssigen Teig. Die Blätter waschen, trocken-schleudern und durch den Pfannkuchenteig ziehen. In der Pfanne im heißen Fett ausbacken und eventuell mit einem Kräuterdip genießen. 

 

Mai 2016

Gundermann, Glechoma hederaceae

Familie: Lippenblütengewächse, Lamiaceae

Jetzt im Mai blüht der Gundermann oder die Gundelrebe wunderschön. In dieser Zeit stellt er seine Stängel auf, an denen die blauen Blüten forsch in die Welt schauen, eine Zier für jeden Garten. Auch viele Insekten lieben diese Blüten und fliegen voll darauf ab. Gundermann enthält viele gute Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Vitamin C und Mineralstoffe. Die Blätter können als Gewürz für Salate, Suppen, Gemüse, aber auch für Süßspeissen verwendet werden. "Soldatenpeterrsilie" nennt man den Gundermann auch.  Früher benutzten die Bierbrauer den Gundermann an Stelle von Hopfen als Bittermittel. Der Name Gundermann kommt vom althochdeutschen Wort "Gund" was Eiter bedeutet. Gundermann wurde deshalb früher bei eitrigen Wunden, zur Wundheilung und zur Blutreinigung verwendet. 

Gundermann ist auch ein altes Zauberkraut. Wenn man sich in der Walpurgisnacht einen Kranz von Gundermannblättern um seinen Kopf bindet kann man die Hexen auf ihren Besen sehen, probieren Sie es aus!

Rezept: Schoko-Gundermann-Blättchen

große Gundermannblättchen gewaschen und getrocknet, Kuvertüre oder halbbitter-Schokolade

Die Schokolade schmelzen. Gundermannblätter in die flüssige Schokolade tauchen und auf einem Pergamentpapier trocknen lassen. Schmeckt gut zu Desserts und als Dekoration auf Kuchen.

 

April 2016

Bärlauch, Allium ursinum

Familie: Lauchgewächse, Alliaceae

Die Kelten verehrten den Bärlauch und aßen ihn vor der Schlacht, um gestärkt in den Kampf zu ziehen. Die Wortsilbe "Bär" wurde für Pflanzen verwendet, die mächtig und heilkräftig waren. Um ebensolche

Kräfte zu erlangen, aßen die Menschen von diesen Pflanzen. Auch Kräuterpfarrer Künzle verehrte Bärlauch. "Ewig kränkelnde Leute, Leute mit Flechten und Ausschlägen, Skrofulöse und Bleichgesichtige sollten den Bärlauch verehren wie Gold.", so schreibt er in seinem Kräuter-Heilbuch. 

Verwenden Sie den Bärlauch am besten frisch. Getrocknet oder eingefroren büsst Bärlauch einen großen Teil seines Geschmacks und seiner Inhaltsstoffe ein. Ernten lassen sich Blätter, Blütenknospen, Blüten und auch die Samen. Achten Sie beim Ernten darauf, die Pflanzen nicht unnötig zu zertrampeln, pflücken Sie die Blätter einzeln und sammeln Sie nicht in Naturschutzgebieten. Bärlauch kann mit einigen giftigen Pflanzen verwechselt werden. Die Blätter von Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab ähneln Bärlauchblättern. Viele raten, auf den Geruch zu achten. Aber wenn Sie ein Bärlauchblatt gepflückt haben, riecht alles andere auch nach Bärlauch. Beim Bärlauch kommen die Blätter einzeln aus der Erde und sind längs geadert! Die Samen sind von einem Anhängsel umgeben, das für Ameisen ein Leckerbissen ist. Ameisen transportieren die Samen, fressen dieses Anhängsel und so taucht Bärlauch plötzlich an weit entfernten Stellen auf. 

Rezept: Bärlauch-Tsatziki

20 Bärlauchblätter, 250 g Joghurt, 1 Salatgurke, Salz und Pfeffer

Bärlauch waschen und klein schneiden. Gurke schälen, Kerngehäuse entfernen und in Streifen hobeln. Mit Joghurt in einer Schüssel mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.


März 2016

Vogelmiere, Stellaria media

weitere Namen: Hühnerdarm, Hühnerabbiss, Sternenkraut, Kanarienvogelkraut oder Mäusedarm

Vogemiere

Die Vogelmiere ist ein unglaublich starkes Pflänzchen.       So klein und zart sie auch aussieht, sie blüht und vermehrt sich sogar bei milder Witterung und geschütztem Standort im Winter. So können in einem Jahr vier bis fünf Generationen wachsen und sich vermehren. Wenn man dann noch bedenkt, dass allein eine kräftige Pflanze bis zu 15000 Samen produziert und diese auch noch bis zu 60 Jahre ihre Keimkraft behalten - ein Horrorszenario für jeden Gärtner! Oder??? 

Vermehren kann sich die Pflanze nicht nur über Samen. Wo auch immer der Stängel den Boden berührt, bilden sich kleine Würzelchen. Genau dieses Phänomen kann man sich zunutze machen. Lassen sie die Pflanze wachsen, so bildet sich schnell ein Teppich, der als lebende Mulchschicht Ihre Nutzpflanzen vor dem Austrocknen schützt.

Nun zu der Anwendung. Vogelmiere schmeckt fein nach jungen Erbsen. Sie können das Kraut in Salate oder Dips verarbeiten oder Pfannkuchen- und Brotteig damit grün einfärben. Da die Pflanze das ganze Jahr über wächst, braucht man sie nicht zu trocknen oder sonst zu konservieren. So bleiben die Inhaltsstoffe wie Vitamine, Flavonoide, Saponine, Mineralstoffe, Zink und ätherische Öle voll erhalten. Und wenn man bedenkt, dass bereits 150 g Vogelmiere den Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen an Eisen, Kalium und Vitamin C deckt, freuen Sie sich über jedes Pflänzchen!!!!!!                                       Vogelmiere ergibt auch einen feinen Tee, der den Stoffwechsel anregt und daher bestens für eine Frühjahrskur geeignet ist. Dank der schleimlösenden Wirkung ist er auch bei allen Erkrankungen der Atemwege hilfreich. Setzt man dem Vogelmiere-Tee auch noch die gleiche Menge Spitzwegerichkraut zu, erhält man ein bewährtes Mittel bei Erkältungskrankheiten.


Februar 2016

Scharbockskraut, Ranunculus ficaria                                                               

Scharbockskraut

Familie: Hahnenfussgewächse, Ranunculaceae

Die gefürchtete Vitamin-C-Mangelerkrankung Skorbut war früher weit verbreitet. Besonders bei Seefahrernationen wie z.B. den Holländern war diese Krankheit gefürchtet. "Scheuerbutt" hieß sie bei ihnen, "scheuer" für reißen und "butt" für Knochen. Daraus entstand dann im Deutschen der Name Scharbock, später Skorbut. Das Scharbockskraut als eines der ersten Frühlingskräuter enthält 200 mg Vitamin C in 100 g frischer Blätter. Deshalb war und ist es bei der Bevölkerung als willkommener Vitamingeber nach dem Winter hoch geschätzt. Die Blätter sollten allerdings vor der Blüte geerntet werden, da der Alkaloidgehalt bei der Blüte zunimmt und es bei empfindlichen Menschen zu Magenbeschwerden kommen kann.

Beim Scharbockskraut gibt es noch eine Besonderheit. Im Frühjahr können die Bienen wetterbedingt nicht regelmäßig fliegen und die Blüten bestäuben. Das Scharbockskraut bildet deshalb die sogenannten Brutknospen und kann sich nun durch diese vegetativ vermehren. 

Wenn sie die Erde ganz vorsichtig beiseite graben, entdecken sie außerdem kleine Kartöffelchen, die sogenannten Bulbillen,  an den Wurzeln des Scharbockskrautes. Diese sind, wie die "großen" Kartoffeln, Vorratsspeicher, damit die Pflanze im nächsten Frühjahr wieder genug Energie hat, um uns ihre leckeren Blättchen zu spenden.

Rezept: Falsche Kapern

2 Handvoll Brutknospen und "Kartöffelchen" vom Scharbockskraut, Salz, 1/4 l Kräuteressig, 1 Schalotte, bunte Pfefferkörner, 1 Zweig Estragon

Knospen waschen, abtropfen und über Nacht in Salz legen. Danach gut abspülen und trockentupfen. Die Knospen mit den übrigen Zutaten in Essig aufkochen, mehrmals darin aufwallen lassen und heiß in Twiat-off-Gläser füllen.


Januar 2016

Eingriffeliger Weißdorn, Crataegus monogna - Zweigriffeliger Weißdorn, Crataegus oxycantha Familie: Rosengewächse, Rosaceae

weißdorn

 

Früher nutzte man Weißdorn als lebende Hecke, die durch ihre Dornen einen undurchdringlichen Schutz bildete. Die Abwehr galt aber nicht nur wilden Tieren sondern auch Geistern und Dämonen. Nach altem Volksglauben konnte der Weißdorn bösen Zauber abwehren und vor Krankheiten schützen. 

Weißdorn ist eine alte Heilpflanze, aber erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der irische Arzt Dr. Green, dass Weißdorn Herzbeschwerden lindern konnte.

Weißdorn blüht im Spätfrühling. Die Blüten sammelt man Ende April bis Mai und trocknet sie für Tee. 

Sind die Früchte tomatenrot und schmecken leicht süß, können sie geerntet werden. Sie werden frisch verwertet und vertragen sich gut mit Äpfeln oder Birnen. Die Kombination von Wildfrüchten mit Zuchtformen hat den Vorteil, dass man auf der einen Seite das intensiv herb-aromatische Aroma der Wildfrucht und ihrer Inhaltsstoffe hat, gleichzeitig aber die Milde des Zuchtobstes.

Rezept:

Weißdorn-Schichtdessert

Weißdornfrüchte in Apfelsaft weichkochen, passieren und abkühlen lassen. Inzwischen Kekse zerbröseln. Das kalte Weißdornmus mit Frischkäse verrühren und abwechselnd mit den Keksbröseln in ein Glas schichten. Zum Schluss ein Sahnehäubchen darauf setzen und mit Schokostreuseln dekoriert servieren.

 

Dezember 2015  

Apfelbeere, Aronia melanocarpa

Die Apfelbeere oder Aronia ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, wurde sie um 1900 vom russischen Botaniker Wladimirowitsch Mitschurin entdeckt und nach Russland gebracht. Die Pflanze entpuppte sich als seh frostresistent und wurde bald in großen Plantagen angebaut. Bevor ihre Heilkraft entdeckt wurde, verwendete man sie zum Färben von Lebensmitteln, Kosmetika und anderem. 
In Russland gilt Aronia seit langem als Heilpflanze. Verschiedene Studien konnten entzündungshemmende Eigenschaften nachweisen. Aronia stärkt das Immunsystem und soll das Zellwachstum bestimmter Krebsarten hemmen. Das Wissen um die Heilkraft von Wildbeeren ist in der Volksmedizin tief verwurzelt. Warum gerade Beeren mit dunkler Farbe heilend wirkten, konnten sich unsere Vorfahren nicht erklären. Sie sahen in den Wildsträuchern gute Geister sitzen. Seit ungefähr 20 Jahren werden diese Eigenschaften nun wissenschaftlich untersucht. Die Anthocyane, eine Gruppe der Flavonoide, beeinflussen viele Prozesse im menschlichen Körper, unter anderem als Fänger der freien Radikalen. Diese entstehen bei allen Stoffwechselvorgängen. Die Anthocyane sorgen mit anderen Inhaltsstoffen dafür, dass die aggressiven Teile unschädlich gemacht werden.
Deshalb gilt:

Täglich eine Handvoll Aroniabeeren zur Steigerung des Wohlbefindens!

Rezept:

Aroniakuchen mit Streusel

Am Vortag 200 g getrocknete Aroniabeeren in 200 ml Apfelsaft und 200 ml Weinbrand(oder Saft) einweichen. 2 gestrichene EL Zucker und ein Päckchen Vanillezucker zufügen. Am nächsten Tag die Früchte mit der Flüssigkeit kurz aufkochen. 2 EL Vanillepuddingpulver in etwas kaltem Wasser lösen und in die kochende Flüssigkeit einrühren. Vom Herd nehmen und auskühlen lassen.

200 g Butter oder Margarine, 1 Eigelb und 150 g Zucker schaumig rühren, 300 g Mehl darüber sieben, je 1 Päckchen Backpulver und Vanillezucker zufügen, durchkneten und die Hälfte als Boden verwenden (andere Hälfte für die Streusel).

300 g Quark, 1 EL Vanillepuddingpulver und 40 g Zucker verrühren. Zum Schluß das steifgeschlagene Eiweiß darunterheben. Die Quarkmasse auf dem Kuchenboden verteilen, Beerenmasse vorsichtig darauf geben und mit Streuseln bedecken. 

40 Min. bei 200 Grad backen, evtl. mit Backpapier abdecken.



                 

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